Start up!

Neben der Erforschung und Entwicklung bereits etablierter Gemeinden sind in den letzten Monaten vor allem Start Ups in den Fokus unserer Aufmerksamkeit gerückt. Im Gespräch mit einigen Gründern, waren wir fasziniert von der krassen Dynamik in diesen jungen Gemeinden. Manche Neugründungen scheiterten bereits nach wenigen Monaten, andere wiederum verdoppelten und verdreifachten ihre Mitgliederzahl im gleichen Zeitraum. Wir wollen mehr über die Ursachen und Mecha-nismen erfahren und werden in unsere Gemeinde-Studie 2019/2023 ein separates Modul für Start Ups aufnehmen.

Von der Vision zur etablierten Gemeinde

Kaum etwas ist so aufregend und spannend wie die Gründung einer neuen Gemeinde! Besonders interessant sind dabei die unterschiedlichen Rahmenbedingungen in denen und aus denen gegründet wird. Hierzu finden Sie weiter unten eine Start-Up-Typologie. Das Spektrum reicht von passiven, sich zersetzenden Splittergruppen bis hin zu hoch dynamischen und sich geradezu explosionsartig vermehrenden Kleingruppen.

 

Das Besondere an Gemeinde-Start-Ups ist, dass sie sich unterhalb der "kritischen Grenze" von ca. 70-80 aktiven Gemeindemitgliedern bewegen, ab der sich zumeist eine gewisse Ordnung und Stabilität einstellt. Demnach geht es dort oft chaotisch zu, da immer wieder improvisiert werden muss und noch keine beständigen Organisationsstrukturen bestehen.

 

Angesichts des demografischen Wandels und der aktuellen gesellschaftlichen Megatrends, ist davon auszugehen, dass sich die Anzahl der traditionellen Gemeinden mit hohen Altersdurchschnitten weiterhin verringern wird. Demgegenüber steht eine kühne Jugend, die es hoffentlich wagt, durch zahlreiche Start Ups neue und zeitgemäße Kirche zu gestalten.

Start-Up-Typologie:
Gründung von Tochtergemeinden

Tochtergemeinden sind Gemeinden, die als Ableger bestehender Gemeinden entstehen und vom Know-how und den Ressourcen der Muttergemein-unterstützt werden. Sie werden gezielt geplant und sind zumeist die Folge räumlicher Knappheit bei  gleichzeitigem Vorhandensein ausreichender,  finanzieller und personeller Ressourcen.

Gründungen aus Kleingruppen heraus

Gründungen aus Kleingruppen und Hauskreisen, entstehen zumeist, wenn diese eine gemeinsame (geistgewirkte) Vision entwickeln oder die Räum-lichkeiten der zumeist privaten Versammlungsorte nicht mehr ausreichen. Sie sind hochdynamisch und zumeist von starker intrinsischer Motivation und Überzeugung geprägt

Gründung als
Einzelperson / Ehepaaar

Einzelgründer und Ehepaare verfügen ebenso wie die meisten Neugründungen aus Kleingruppen oft über eine sehr starke Vision und verstehen die Gemeindegründung als ihre Berufung. Sie verfügen vermutlich über die stärkste Motivation, stehen jedoch gleichzeitig auch vor den größten Heraus-forderungen.

Gründung aus
Abspaltung

Die Neugründung aus Abspaltung entsteht zu-meist aus theologischen oder sozialen Konflikten innerhalb bestehender Gemeinden. Sie ist die bedenklichste Form der Neugründung, hat uns Christus doch zur Einheit berufen. Dennoch ist sie manchmal notwendig, vor allem dann, wenn es um Glaubensgrundsätze und Irrlehren geht.