Information für Hochschulen

Unser Forschungsprojekt "Gemeinden lernen von Gemein-den" ist eine der ersten deutschen Studien, die sich deno-minations- und hochschulübergreifend mit dem Thema "Gemeindewachstum" befasst. Durch Benchmarking und andere Methoden sollen die vielfältigen Arbeitsmodelle, Subsysteme und Umweltbedingungen der rund 300-500 teilnehmenden Gemeinden, auf ihre wachstumsrelevanten Eigenschaften hin untersucht und skaliert werden. Die Studie nähert sich dem Thema aus der strategischen Management-Perspektive und erhebt ihre Daten im gesam-ten evangelischen und freievangelischen Kirchenspektrum.

Know-how!

Zur Bewältigung der umfangreichen Fragestellungen, erfolgt die Studie in Kooperation mit verschiedenen evangelischen und theologischen Hochschulen/Universitäten. Das Gesamtsystem "Gemeinde" ist hoch komplex und besteht aus diversen Subsystemen die zunächst einzel betrachtet werden sollen. Die Hochschulen bearbeiten dabei Themenblöcke (Subsysteme), die Ihren Forschungspräferenzen und Studienschwerpunkten entsprechen. Auf diese Weise wird zusätzliches Know-how in die Studie eingebracht.

 

Die Studenten und Studentinnen erarbeiten gemeinsam mit Ihren Professorinnen und Professoren individuelle Forschungs-designs und versuchen so die vorgegebenen Fragestellungen bestmöglichen zu beantworten. Die entwickelten Datenerhe-bungsbögen werden als Module in die Gesamtstudie aufgenommen und durch die 300-500 teilnehmenden Kirchen-gemeinden beantwortet. Nachfolgend sehen Sie eine Übersicht der 20 Themenblöcke, aufgeteilt in die vier Kategorien Ressourcen, Identität, Arbeitsbereiche und Kommunikation:

Subsysteme in Kirchen und Gemeinden:

1. Ressourcen

Gemeindeleitung

Mitarbeiter

Mitglieder

Finanzen & Kennzahlen

Gebäude & Ausstattung

2. Identität

Gemeindekultur

Homiletik & Theologie

Liturgie

Musik & Lobpreis

Gebet & Charismen

3. Arbeitsbereiche

Kinder & Jugend

Senioren

Seelsorge & Diakonie

Hauskreise

Projekte & Gruppen (div.)

=  bereits belegt

=  noch frei

4. Kommunikation

Face to Face

Social Media & Internet

Mission & Evangelisation

Presse & Öffentlichkeit

Stakeholder

Jedes Subsystem soll auf die folgenden Merkmale hin untersucht werden:

  1.    Welche konkreten Techniken, Methoden, Inhalte  und Arbeitsmodelle kommen zum Einsatz?

  2.    In wieweit haben diese zu einer positiven Bindung der Mitglieder an die Gemeinde beigetragen oder diese behindert?

  3.    In wieweit haben diese zu einer Hinzufügung oder Verringerung von Menschen in der Gemeinde geführt?

Aufgrund der großen Unterschiedlichkeit der Subsysteme, müssen individuelle Herangehensweisen und Datenerhebungs-methoden entwickelt werden. Als Resultat sollen die identifizierten Techniken, Inhalte und Arbeitsweisen mit einander verglichen und im Hinblick auf Ihre Relevanz für die Zielerfüllung (Gemeindewachstum) untersucht werden. Hierzu müssen die überwiegend qualitativen Antworten skalierbar gemacht werden. Innerhalb der Subsysteme entsteht eine Ranking, das aussagt, welche Techniken, Inhalte und Arbeitskonzepte im Sinne der Zielerfüllung zu bevorzugen bzw. zu vermeiden sind (Benchmarking). Um Wachstumsmechanismen zu verstehen, reicht eine reine Binnenperspektive jedoch nicht aus. Gemeinde muss in ihrem individuellen Kontext betrachtet werden. Hierzu zählen die individuelle Historie, die Umweltbedingungen sowie die Außenwirkung (Wie wird Gemeinde von externen Personen wahrgenommen.) Nähere Infos finden Sie unter den Links Forschungsdesign und Umweltanalyse "DISPO"© sowie in den nachfolgenden Boxen:

Historie

Entstehung

Soziologie

Gemeindepsyche

Mikropolitik

allgemeiner Status

Umwelt

Demografie

Infrastruktur

Soziales Umfeld

Politik

Ökonomie

Außenwirkung

Image

Eigene Wahrnehmung

Beitrittsanreiz

Apologetik

Konversion

Als Bearbeitungszeitraum stehen den Universitäten und Hochschulen etwa 12-18 Monate zur Verfügung. Bis zum Ende des Jahres 2021 beabsichtigen wir alle Designs und Untersuchungsfragen zusammenzutragen und in das Online-Umfrage-Tool "Lamapoll" der Lamano GmbH & Co. KG zu transferieren. Zu den möglichen Fragearten und dynamischen Datenerhebungs-instrumenten des Anbieters gelangen Sie hier. Es folgen die üblichen Pretests und die sich daraus ergebenden Korrekturen. Die eigentliche Datenerhebung ist im Frühjahr/Sommer 2022 geplant. Alle Zeitangaben sind als grobe Orientierung zu verstehen.

Interessierte Professorinnen und Professoren sind herzlich eingeladen unser Forschungsprojekt konstruktiv zu kommentieren und gemeinsam mit Ihren Studenten durch eigene Beiträge zu unterstützen. Es gibt viele Wissensträger die eine Bereicher-ung für dieses Projekt wären. Für Rückfragen und ein persönliches Gespräch stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung. Die Kontaktinformationen finden Sie hier. Im nachfolgenden Slider finden Sie zu den vorgestellten Themenblöcken einige exem-plarische Fragestellungen und Beschreibungen. Verfügbare Themenblöcke sind farblich markiert:

Gemeindeleitung

Innerhalb von Gemeinden gibt es verschiedene Führungssysteme. Nach Berthel und Becker beinhaltet Führung vorwiegend das Beeinflussen und Anleiten untergeordneter Personen durch übergeordnete Personen, mit der Absicht ein bestimmtes (Organisations-)Ziel zu erreichen. Führung ist demnach eine asymmetrische soziale Interaktion. Es findet eine Willensdurchsetzung von den führenden zu den geführten Personen im Interesse der Aufgabenerfüllung statt. Hierbei gibt es nach Lewin und Weber verschiedene Führungsstile (z. B. autoritär, patriarchisch, charsimatisch, partizipativ oder laissez-faire). 

Manche Gemeinden verfügen über charismatische Einzelleiter, die aufgrund ihrer Persönlichkeiten viele Menschen begeistern und motivieren können (Great-Man-Theorie). Andere Gemeinden verfügen über einen klassischen Ältestenrat oder Vorstandsmitglieder die Entscheidungen im Sinne der Gemein-schaft treffen. In jungen Gemeinden sind zunehmend partizipative Führungsstile anzutreffen.

Uns interessieren die Fragen:

  1. Welche Führungsstruktur liegt vor?  (Einzelleiter, Ältestenrat, Anzahl Personen, Hierarchien etc.)

  2. Welche Führungsstile/-techniken kommen zum Einsatz?

  3. Gibt es charismatische Führungspersönlichkeiten im Sinne der "Great-Man-Theorie"?

  4. Wer sind diese Personen und sind diese auch in Führungspositionen eingesetzt?

  5. Über welche fachlichen und persönlichen Fähigkeiten verfügen die Leitungspersönlichkeiten?

  6. Wie beurteilen die Mitarbeiter und Mitglieder Ihre Leitung und Leitungspersönlichkeiten?

  7. Wie stark ist der Einfluss der Leitungspersönlichkeiten auf die Mitarbeiter und Mitglieder?

Vorteile und Möglichkeiten
Forschungspraxis

Studenten erhalten die Möglichkeit erstmalig an einem Forschungsprojekt teilzunehmen und ein eigenes Forschungsdesign zu entwickeln. Sie erfah-ren ganz praktisch die vielfältigen Herausfor-derungen die damit verbunden sind und lernen in Zusammenarbeit mit Ihren Professorinnen und Professoren worauf in der empirischen Forschung zu achten ist.

Zugang zu einer breiten Zielgruppe

Die erstellten Forschungsdesigns werden in unsere Gesamtstudie integriert. Die Studenten erhalten so die Gelegenheit ihre Fragestellung von mehr als 300 Gemeinden beantworten zu lassen. Die erhobenen Rohdaten werden in anonymisierter Form ausge-händigt. (Gemeindenamen und Anschriften werden aufgrund des Datenschutzes codiert)

Evangelium verkünden

Davon ausgehend, dass die meisten teilneh-menden Studierenden und Professoren/-innen Christen sind, erhalten sie die Möglichkeit sich an einer Arbeit zu beteiligen, die darauf ausgerichtet ist, Gemeindearbeit aktiv und wirksam zu stärken. Sie tragen dazu bei, dass das Evangelium Jesu Christi zeitgemäß verkündet wird und mehr Menschen als zuvor erreicht werden können. Sie helfen somit den christlichen Auftrag gemäß Markus 16, 15 zu erfüllen.

Eigene Datenerhebung

Auch für Professorinnen und Professoren ist das Projekt interessant, da es einen „Blick über den Tellerrand“ ermöglicht. Sie erhalten zudem Gelegenheit eigene Fragestellungen zu formu-lieren und in die Gesamtstudie einzubringen. Sofern ein Themenblock dabei ist, der zu Ihren Forschungspräferenzen zählt, erhalten Sie in Abstimmung mit uns die Möglichkeit bundesweit und denominationsübergreifend Daten zu erheben..